Der Überwachung von Systemen wie Domino kommt aufgrund der steigenden Anforderungen an die Verfügbarkeit eine immer größere Bedeutung zu. Die Sicherstellung der Prozesse und deren Ausführung sind im Hinblick auf den Einsatz der Anwendung Hauptaufgaben der Administratoren.

Domino bietet zur Systemüberwachung einige wichtige Bordmittel. Diese wiederum bedienen sich Funktionen, die durch das Bereitstellen von Informationen, beispielsweise in Form von Statistiken, zur Systemsteuerung und zur Ablaufoptimierung beitragen.

Die Werkzeuge, die für das Verwalten der Überwachung benötigt werden, sind in den Basisbereichen der Domino-Administration enthalten und liefern zusammen mit speziellen Datenbanken des Domino-Servers die Grundlage für die Sicherstellung des reibungslosen Ablaufs einer Domino-Installation.

Das wohl am weitesten verbreitete Beispiel für die Überwachung einer Domino-Installation ist die Server-Konsole, die als Live-Konsole die unterschiedlichsten Informationen über die Aktionen des Domino-Servers liefert. Nachteil dieser Konsole: Es sind Soforteintragungen, die dort „überwacht“ werden – zumindest solange man die Konsole ohne weitere Einstellungen nutzt. Nachträgliche Auswertungen sind mit diesem Werkzeug eher schwierig durchzuführen. Als einfaches Handwerkszeug der Überwachung ist die Konsole aber sicher ein Hilfsmittel eines jeden Domino-Administrators.

Domino Live-Konsole

Die Ad-hoc-Nachrichten, wie sie mit der Server-Konsole geboten werden, stellen jedoch kein ideales Werkzeug dar. Zum einen müssen die Nachrichten manuell überwacht werden, und zum anderen sind Statistiken und andere Auswertungen mit diesem Medium nicht wirklich realisierbar. Dafür bietet Domino andere Hilfsmittel, wie beispielsweise die spezielle Überwachungsdatenbank „events4.nsf“.

Dennoch lassen sich die erweiterten Einstellungen der Server-Konsole beispielsweise dazu nutzen, um mithilfe von Ereignissen und Ereignis-Handlern auf bestimmte Einträge bzw. Ereignisse zu reagieren.

Das Sammeln von Informationen, die Definition von Schwellenwerten und das Festlegen von Aktionen sind Funktionen, die mit Domino-Werkzeugen für Überwachungen zur Verfügung stehen.

Nachfolgend finden Sie die wesentlichen Werkzeuge zur Überwachung der Domino-Installation.

Server-Tasks spielen generell beim Einsatz von Domino eine entscheidende Rolle. Für die Überwachung einer Domino-Installation stehen unterschiedliche Server-Tasks zur Verfügung, die individuell Daten sammeln bzw. Aktionen auslösen, damit die Betriebsbereitschaft von Domino gewährleistet werden kann. Die folgenden Tasks beispielsweise können für die Server-Überwachung eingesetzt werden.

Ereignis-Monitor-Task. Dieser Task prüft konfigurierte Ereignisse und ob ggf. Schwellenwerte über- oder unterschritten wurden.

Statistic Collector Task. Dieser Task dient der Sammlung von Statistikinformationen, um sie zur Server-Überwachung und -steuerung zu verwenden.

Prozessmonitor. Mit diesem Monitor werden die einzelnen Domino-Prozesse überwacht, die bei einer Installation unter Windows benötigt werden.

ISpy-Task. Mit diesem speziellen Task werden TCP/IP- und Mail-Routing-Informationen gesammelt und gesteuert.

Überwachungsdatenbanken. Domino sammelt Statistikinformationen und allgemeine Daten zur Überwachung in speziellen Datenbanken. Die wichtigsten in diesem Zusammenhang sind die folgenden Domino-Datenbanken:

Überwachungs-Konfigurationsdatenbank „events4.nsf“. Dabei handelt es sich um eine globale Konfigurationsdatenbank.

Auf der Grundlage der in „events4.nsf“ enthaltenen Voreinstellungen lassen sich die Domino-Überwachungen konfigurieren. Diese Datenbank ist auf jedem Domino-Server verfügbar. Und auf der Basis verschiedener Dokumente können die Grundeinstellungen der Überwachung festgelegt werden. Details dazu finden Sie im weiteren Verlauf.

Überwachungs-Ergebnisdatenbank „statrep.nsf“. Die Ergebnisse der Überwachungs-Tasks eines Domino-Servers werden in der Überwachungs-Ergebnisdatenbank gesammelt und können anschließend ausgewertet werden.

Server-Protokolldatenbank „log.nsf“. Neben der Überwachungs-Ergebnisdatenbank beinhaltet die allgemeine Server-Protokolldatenbank „log.nsf“ die Server-Protokolldokumente. Diese werden bei Auswertungen additiv mit der Überwachungs-Ergebnisdatenbank verarbeitet. Die allgemeinen Überwachungseinstellungen lassen sich mithilfe des Domino-Administrators definieren, konfigurieren und auswerten. Über den separaten Bereich „Monitoring“ bzw. „Überwachung“ innerhalb des Arbeitsbereichs des Administrators lassen sich Überwachungsdetails einsehen und verwalten.

Überwachungskonfiguration

Die Überwachungen innerhalb einer Domino-Installation basieren auf den folgenden Eckdaten:

  • Zu überwachender Bereich
  • Zu überwachende Ereignisse
  • Festlegen von Grenzwerten, die bei Unter-/Überschreiten eine Aktion auslösen
  • Definieren von Aktionen, die beim Eintreten eines Ereignisses ausgeführt werden sollen Beispiele für solche Aktionen können sein:
    • Aufzeichnen eines Ereignisses in der Protokolldatei („log.nsf“)
    • Erstellen einer Mail an einen Verantwortlichen
    • Erstellen einer Aktion, die ein Programm ausführt

Neben den allgemeinen Vorgaben verfügt der Domino-Administrator über weitere Funktionen, die im Zusammenhang mit der Domino-Überwachung eingesetzt werden können.

Unter anderem finden Sie im Bereich „Konfiguration/Server/Überwachung“ eine Vielzahl von Parametern, die für individuelle Überwachungen genutzt werden können.

Individuelle Überwachungen einrichten

Überwachungs-Konfigurationsdatenbank „events4.nsf“

Eine der wichtigsten Überwachungsfunktionen in einem Domino-Umfeld ist die Überwachungs-Konfigurationsdatenbank „events4.nsf“, die auf jedem Domino-Server zu finden ist. Sie dient mit ihren Dokumenten der Definition der Ereignisse, die mit den Domino-Werkzeugen überwacht werden sollen.

Bei „events4.nsf“ handelt es sich um eine spezielle Datenbank zum Sammeln von Informationen. Darüber hinaus enthät diese Datenbank auch Funktionen, mit denen sich die Monitoring-Einstellungen der Domino-Installation verwalten lassen.

Es sei darauf hingewiesen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, die Überwachungseinstellungen von Domino vorzunehmen. Neben der bereits erwähnten Verwendung der Werkzeuge innerhalb der Datenbank „events4.nsf“ stehen auch Funktionen des allgemeinen Administrations-Client sowie spezielle Shell-Befehle zur Verfügung. Schauen Sie sich zunächst einmal die Monitoring-Konfigurationsdatenbank genauer an. Sie wird bei der Installation eines Domino-Servers automatisch generiert und befindet sich in dessen Datenverzeichnis. Die folgende Abbildung zeigt die „events4.nsf“ in der Auflistung der Domino-Datenbanken im Domino-Administrator.

Datenbank „events4.nsf“

Um mit der Datenbank „events4.nsf“ arbeiten zu können, öffnen Sie diese wie jede andere Standarddatenbank auch – z. B. mit der Menüoption „Datei/Datenbank öffnen“. In unserem Beispiel doppelklicke ich auf den Eintrag in der Auflistung der Datenbanken innerhalb des Domino-Administrators.

Das Erscheinungsbild der Datenbank stellt sich wie folgt dar:

Konfigurationseinstellungen und Vorgaben

Wie Sie anhand der Abbildung oben sehen können, verfügt die Datenbank „events4.nsf“ über eine ganze Reihe von Konfigurationseinstellungen und Vorgaben, die unverändert oder individuell angepasst eingesetzt werden können. Nachfolgend finden Sie die Standarddokumente, die mit der Datenbank „events4.nsf“ ausgeliefert werden.

DDM-Konfiguration. In diesem Abschnitt werden die DDM-spezifischen Einstellungen vorgenommen.

Subordner sind:

DDM-Test. Dieser Bereich beinhaltet die einzelnen Testarten und deren Beschreibungen.

DDM-Filter. Definiert die im DDM-Bereich aufzuzeichnenden Ereignisse

Event Generator. Legt die Grundeinstellungen für ein Ereignis fest

Event Handler. Definiert die Aktionen, die als Folge des Eintretens eines Ereignisses ausgeführt werden sollen

Event Notification Method. Domino bietet unterschiedliche Möglichkeiten der Benachrichtigung, wenn ein Ereignis eingetreten ist. Mit diesem Dokument legen Sie fest, welche dieser Optionen genutzt werden soll.

Server Console Configuration. Mit diesen Voreinstellungsoptionen lässt sich das Erscheinungsbild der Server-Konsole beeinflussen und einstellen.

Log Filters. Mit dieser besonderen Form von Filtern legen wir Ausschlussereignisse fest. Dabei handelt es sich um Ereignisse, die nicht in die Überwachung eingeschlossen werden sollen.

Statistic Description. Beschreibung einer Statistik

Server Statistic Collection. Definiert den Server, der für das Sammeln der Überwachungsinformationen zuständig ist. Außerdem werden hier auch noch weitere Server angegeben, die bei Bedarf in die Überwachung eingebunden werden können.

Neben den verschiedenen Verwaltungsbereichen beinhaltet der Hauptanzeigenbereich des Darstellungsfensters die einzelnen Einstellungsdokumente, die global oder pro Server definiert und aktiviert werden können. Sollten die vordefinierten Dokumente nicht für den eigenen Bedarf passen, dann können Sie individuelle Ereignisse (Events) definieren, mit denen Überwachungsbereiche, Schwellenwerte und Aktionen festgelegt werden. Das folgende Beispiel zeigt den Konfigurationsbereich eines eigenen Ereignisses.

Konfigurationsbereich eines eigenen Ereignisses

Alternativ zum Einsatz der Datenbank „events4.nsf“ lassen sich die Einstellungen der Domino-Überwachung auch direkt im Domino Administrations Client vornehmen. Beachten Sie bitte die gleichartigen Abschnitte, die auch in der „events4.nsf“ zur Verfügung stehen.