Bevor wir uns mit der Einrichtung eines Domino-Clusters beschäftigen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Insbesondere muss auf ausreichende Berechtigung geachtet werden. Ist diese nicht vorhanden, können einige Konfigurationsschritte fehlschlagen.

Prüfen Sie deshalb zunächst, ob Sie über ausreichende Berechtigungen für das Einrichten eines Clusters verfügen:

Für eine Cluster-Definition benötigen Sie mindestens Autorenzugriff mit ServerModifier-Rollenzuordnung. Diese können Sie über die Zugriffssteuerung des Domino-Directory prüfen.

Berechtigung für das Domino-Directory

Für die Administration-Request-Datenbank muss ebenfalls mindestens ein Autorenzugriff vorhanden sein.

Die Berechtigungen alleine auf Datenbankebene sind zwar wichtig – deren Abstimmung innerhalb des Clusters ist aber nicht minder von Bedeutung. Konsistente Zugriffsdefinitionen sind eine der Grundlagen, wenn es um Failover-Ansätze geht. Damit verbunden ist die Notwendigkeit, dass Benutzer über ausreichende (im Idealfall gleichartige) Berechtigungen auf alle Repliken einer Datenbank innerhalb eines Clusters verfügen. Nur damit kann dann beim Ausfall eines Servers sichergestellt werden, dass Benutzer und auch Anwendungen nicht etwa mangels Zugriffsberechtigung die Aufgaben nicht bewältigen können.

Es gibt eine Möglichkeit, die Zugriffseinstellungen für die Datenbanken in einem Cluster zu „synchronisieren“. Dazu wählt man die entsprechende Datenbank aus und selektiert die Menüoption „File / Application / Access Control“.

Zugriffssteuerung der Datenbank

Dieser allgemeine Definitionsbereich für die Berechtigungseinstellung der Domino-Datenbanken dürfte hinreichend bekannt sein – deshalb verzichte ich an dieser Stelle auf eine weitere Detailbeschreibung. Im nächsten Fensterbereich erweitern wir den Abschnitt „Advanced“.

Konsistente ACL über alle Repliken

Mit der Auswahl der Option „Enable a consistent ACL across all replicas“ wird sichergestellt, dass die Zugriffsdefinitionen aller Repliken einer Datenbank einheitlich sind. Damit vermeiden wir potenzielle Probleme, die aus mangelnden Berechtigungseinstellungen verschiedener Repliken resultieren können.

Neben den Berechtigungen ist die Zugehörigkeit der Domino-Server zu einer Domäne wichtig.

Sollte ein Domino-Server bereits einem anderen Cluster zugeordnet worden sein, dann brauchen Sie diesen dort nicht zuerst zu entfernen. Der Konfigurationsprozess prüft automatisch, ob ein Domino-Server bereits einem Cluster hinzugefügt worden ist. Ist dies der Fall, wird zunächst die Zuordnung aufgehoben, um den Server anschließend dem neuen Cluster hinzuzufügen. Wollen Sie diesen Automatismus nicht nutzen, dann lässt sich ein Domino-Server auch mittels der Auswahl „Remove from Cluster“ aus einer Cluster-Definition entfernen.

Entfernen eines Servers aus einem Cluster

Die zusätzliche Belastung des Netzwerks durch die Cluster-Funktionen sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Nicht selten ist es der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“, wenn die Cluster-Kommunikation zusätzlich zum „normalen“ Domino-Verkehr die Netzwerkauslastung überfordert. Zwar lassen sich Bandbreiten im Vorfeld kaum abschätzen, dennoch sollte man zumindest bei der Konzeption bereits überlegen, ob der Cluster-Verkehr über andere Ports abgewickelt werden soll als die normale Domino-Kommunikation. Damit erleichtert man spätere Einstellungen und sichert sich durch die strikte Trennung des Cluster-Verkehrs vom Domino-Kommunikationsbereich die Flexibilität der individuellen Einflussnahme.

Domino-Cluster einrichten

Die Einrichtung eines Domino-Clusters ist recht einfach. Im Administrationsbereich stehen einige Werkzeuge zur Verfügung, welche es dem geübten Administrator ermöglichen, nach eingehender Planung die erforderlichen Einstellungen für das Einrichten durchzuführen. Gut, dass bereits existierende Nicht-Cluster-Domino-Server auch nachträglich in einen Cluster-Verband aufgenommen werden können.

Die Konfiguration eines Domino-Clusters gliedert sich in unterschiedliche Schritte. Zunächst gilt es den Knoten zu definieren, der als Grundlage für das Cluster genutzt wird. Diese Definition führen wir im Bereich „Configuration“ durch.

Konfiguration im Domino-Administrator

Innerhalb des auf der linken Seite befindlichen Abschnitts erweitern wir zunächst den Eintrag „Cluster“. Darin befinden sich die beiden Einträge „Cluster“ zur Verwaltung des Clusters und „All Server Documents“. Letzterer Eintrag stellt eine Auflistung aller definierten Domino-Server in der Domäne dar. Die vorhergehende Abbildung zeigt eine Übersicht der definierten Domino-Server. Im oberen Bereich der Server-Auflistung finden wir u. a. auch die Auswahl „Add to Cluster“. Mittels dieser Option kann der zuvor markierte Domino-Server für das Cluster definiert werden.

Hinzufügen eines Domino-Servers zu einem Cluster

Besteht noch kein Cluster, dann wird automatisch die Auswahl zur Neuanlage eines Clusters eingeblendet.

Erstellen eines neuen Clusters

Ist noch kein Cluster angelegt worden, dann übernehmen Sie den Eintrag „Create New Cluster“ und bestätigen die Auswahl mit einem Klick auf „OK“. Sollte bereits ein Cluster definiert worden sein, dann kann es aus der Auflistung bereits bestehender Cluster selektiert werden.

Wird an dieser Stelle ein neues Cluster definiert, dann müssen Sie diesem einen Namen zuweisen, der später auch für die allgemeine Kommunikation genutzt wird. Stellen Sie deshalb sicher, dass der Name eindeutig ist.

Name des neuen Clusters

Bestätigen Sie die Namenseingabe mit einem Klick auf „OK“.

Wenn der Domino-Server dem neuen Cluster unverzüglich hinzugefügt werden soll, dann selektieren Sie in der folgenden Anzeige die Option „Ja“. Anderenfalls werden die erforderlichen Definitionsschritte an den Administrationsprozess übergeben und dort ausgeführt.

Art der Ausführung

Die Auswahl „Ja“ hat zur Folge, dass die Cluster-Einstellungen unmittelbar ins Domino-Directory gestellt werden. Bei der Selektion „Nein“ werden die Einstellungen mittels einer Replikation zwischen Administrations- und Cluster-Server abgeglichen und damit fortgeschrieben.

Gerade bei stark ausgelasteten Domino-Servern sollte die Neudefinition eines Clusters als Hintergrundjob ausgeführt werden. Damit vermeidet man Engpässe in der Verarbeitung der Domino-Standardprozesse.

In unserem Beispiel verwende ich die interaktive Anlage des Clusters und klicke auf „Ja“.

Erfolgsmeldung

Die Erfolgsmeldung zeigt den Abschluss der Cluster-Neuanlage an. Mit einem Klick auf „OK“ wird die Meldung geschlossen. Damit haben wir die Basiskonfiguration des Clusters abgeschlossen. Diesem ist derzeit ein Server zugeordnet. Natürlich macht das für die Cluster-Funktionen keinen wirklichen Sinn. Deshalb selektieren wir nun einen zweiten Server, um diesen dem neu definierten Cluster hinzuzufügen. Der Prozess ist nahezu identisch mit dem Prozess bei der Neuanlage des Clusters.

1. Wählen Sie in der Auflistung „All Server Documents“ den Server aus, der dem Cluster als zusätzlicher Server hinzugefügt werden soll.

2. Selektieren Sie die Option „Add to Cluster“.

3. Abweichend zum Prozess der Cluster-Neuanlage erscheint in der folgenden Auswahlliste das zuvor angelegte Cluster.

Cluster-Auswahl

4. Da wir das zuvor angelegte Cluster nutzen und den Domino-Server diesem hinzufügen wollen, selektieren wir den Eintrag des Clusters – in unserem Beispiel „ZCluster“ – und bestätigen die Selektion mit einem Klick auf „OK“.

5. In der Folgeanzeige können Sie erneut entscheiden, ob der Server dem Cluster interaktiv oder mittels der Batch-Verarbeitung hinzugefügt werden soll.

Damit haben Sie ein neues Cluster mit zwei Domino-Servern definiert. Weitere Domino-Server können auf dieselbe Weise hinzugefügt werden, wie Sie es beim Hinzufügen des zweiten Domino-Servers kennengelernt haben.

Schauen Sie sich das Ergebnis der Arbeit einmal an. Dazu wählen Sie im Navigationsbereich den Eintrag „Cluster / Clusters“, wie es die folgende Abbildung zeigt.

Cluster-Übersicht

Wie Sie unschwer erkennen können, befinden sich die beiden zuvor bearbeiteten Domino-Server in der Cluster-Übersicht. Damit ist die Grundzuordnung der Domino-Server zum Cluster abgeschlossen. Wenn die Cluster-Einrichtung abgeschlossen ist, finden Sie im linken Navigationsbereich auch den Eintrag für das Cluster-Verzeichnis, wie es die folgende Abbildung zeigt.

Cluster-Directory

Nachdem ein Cluster angelegt und gestartet worden ist, können dessen Aktionen in der Konsole geprüft werden. Unter anderem finden Sie dort Hinweise über das Erstellen der Replikbereiche, die als Grundlage für das Cluster genutzt werden.

Konfigurierte Cluster lassen sich im Bereich „Cluster / Clusters“ verwalten. Dieser Bereich dient u. a. der Verwaltung der Knoten, die hier beispielsweise auch entfernt werden können.

Ob die Replikation auf Cluster-Ebene erfolgreich aktiviert wurde, kann wie folgt ermittelt werden:

1. Wählen Sie zunächst einen der für das Cluster definierten Domino-Server im Administrationsbereich aus und wechseln Sie dort in den Anzeigenbereich der Dateien.

2. Selektieren Sie dort das Cluster-Directory (cldbdir.nsf) mit einem Doppelklick – damit öffnen Sie dieses Verzeichnis.

Cluster-Directory auswählen

3. Schauen Sie sich nun die Eigenschaften dieser Datenbank an. Dazu wählen Sie die Option „File / Application / Properties“ und verzweigen dort in den Bereich der allgemeinen Informationen. Dort befindet sich u. a. auch die Replik-ID. Diese sollten Sie sich notieren – denn Sie benötigen genau diese ID für den Vergleich mit einem weiteren Domino-Server innerhalb des Clusters.

Replik-ID der Datenbank

4. Wechseln Sie nun auf einen weiteren Domino-Server innerhalb des Cluster-Verbunds. Dazu können Sie im Domino-Administrator den Menüeintrag „File / Open Server“ verwenden. Beim erstmaligen Verbindungsaufbau zu einem solchen Server muss dessen Name eingegeben werden. Bei späteren Arbeiten mit einem solchen Server finden Sie dessen Name als Eintrag auswählbar in der Auflistung der Domino-Server.

Auswahl eines weiteren Domino-Servers

5. Nun wiederholen Sie die zuvor beschriebenen Schritte und schauen sich erneut die Replik-ID des Domino-Cluster-Verzeichnisses auf dem weiteren Domino-Server an. Die dort befindliche Replik-ID muss mit der zuvor notierten Replik-ID übereinstimmen. Ist dies der Fall, wurde das Cluster korrekt eingerichtet.

Die Cluster-Funktionen basieren auf speziellen Replikationsprozessen. Diese lassen sich pro Domino-Datenbank individuell steuern. Um eine Datenbank für die Cluster-Replikation zu aktivieren, wählen Sie beispielsweise im Domino-Cluster-Directory (Datenbank cldbdir.nsf) den entsprechenden Datenbankeintrag mit einem Klick aus und selektieren die Funktion „Tools / Enable Cluster Replication on Selected Database“.

Cluster-Replik für Datenbank aktivieren

Die Cluster-Replikationseinstellungen lassen sich auch auf Datenbankebene einsehen. Ein Doppelklick auf den Datenbankeintrag zeigt die Cluster-Replikdetails an.

Cluster-Replikdetails der Datenbank

Damit ist die Grundkonfiguration eines Domino-Clusters abgeschlossen.