Wer aus dem Mittelstand kommt, kennt dessen Bedürfnisse am besten. Arne Claßen, Geschäftsführer und Komplementär der K+H Software KG, hilft mittelständischen Unternehmen mit seinen Lösungen für Finanz-, Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung und Controlling dabei, ihre Finanzsituation im Griff zu behalten.

Thomas Seibold: In Krisenzeiten sind finanzrelevante Informationen aus dem eigenen Unternehmen ein wichtiges Gut. Über welche Informationen sollte ein Geschäftsführer heute verfügen, um darauf aufbauend Entscheidungen fällen zu können?

Arne Claßen: Gerade in solchen Zeiten ist es besonders wichtig, dass alle Geschäftsbereiche miteinander kommunizieren. Durch die Vernetzung sämtlicher Datenquellen kann so ein einheitlicher Liquiditätsplan entstehen, und die Liquidität des Unternehmens wird im Blick behalten. In Zeiten, in denen Banken vorwiegend gar keine oder nur Kredite mit schlechten Konditionen vergeben, ist die Liquidität weitaus wichtiger als die Rentabilität.

Arne Claßen, Geschäftsführer und Komplementär der K+H Software KG

Aufgrund der zunehmend schlechteren Zahlungsmoral in solchen finanzkritischen Phasen muss aber auch der Forderungsbestand kontrolliert werden. Um Forderungsausfällen vorbeugen zu können, muss möglichst früh erkannt werden, wo sie drohen, und wenn sie drohen, sollte ein Forderungsmanagement greifen. In fimox sind z. B. Einzelmahnungen mit mehrsprachigem Mahnschreiben möglich. Zugleich kann man über ein Ampelsystem die internen und versicherten Kreditlimits überwachen. Wenn der Kunde nicht bezahlt hat, ist der nächste Schritt die Weitergabe an ein Inkassobüro. Auch hier bieten wir die Software-Unterstützung für eine automatische Weiterleitung an Inkassobüros mittels unseres Inkassowesens.

Thomas Seibold: In vielen Unternehmen wird für die Auswertung der Zahlen Excel verwendet. Warum ist eine integrierte Lösung hier die bessere Alternative?

Arne Claßen: fimox bietet als integrierte Lösung eine breite Palette an Berichten, wie mandantenübergreifende OP-Auswertungen, die schon im Standard integriert sind. Das ermöglicht eine schnellere und einfachere Bedienung. Über das flexible Berichtswesen ist die Ausgabe im integrierten Excel nur ein Mausklick weit entfernt. Gerade von Unternehmen, bei denen Controlling-Auswertungen auf der Basis von Excel durchgeführt wurden, erhalten wir wegen den integrierten Management-Berichten sehr viel Zulauf.

Thomas Seibold: Welche Auswirkungen hat das neue Bilanzmodernisierungsgesetz auf Ihre Software, und wie sollten Ihre Kunden darauf reagieren?

Arne Claßen: Das Bilanzmodernisierungsgesetz haben wir gerade erst im Juli und August auf den fimox Erlebnistagen in München und Nordhorn ausführlich mit Kunden und Interessenten diskutiert, wobei uns diese Thematik schon recht lange begleitet. Mit dem Bilanzmodernisierungsgesetz trat die umfangreichste Modernisierung des Handelsbilanzrechts seit 1985 in Kraft. Damit verstärken sich die bestehenden Abweichungen zwischen Steuer- und Handelsbilanz. Um diese unterschiedlichen Bewertungsarten integrativ abzubilden, geht fimox in die Parallelität. Das heißt, mit dem fimox Rechnungswesen ist es sowohl in der Anlagen- als auch in der Finanzbuchhaltung möglich, die betroffenen Vorgangsarten bereits unterjährig parallel nach Steuerrecht und HGB zu bewerten. Damit sind Auswertungen wie Saldenübersichten oder Berichte auch unterjährig bilanztypgerecht auf Knopfdruck auswertbar, und Jahresabschlussarbeiten können wesentlich effizienter gestaltet werden.

Thomas Seibold: In vielen Unternehmen wird noch auf einem Green Screen gebucht. Warum sollte ein Unternehmen auf eine webbasierte Finanzlösung wechseln?

Arne Claßen: fimox wurde vor allem für den Einsatz in dezentralen Organisationseinheiten, die über gängige Internet-Browser auf die Anwendung zugreifen, konzipiert. Wir richten uns da nach unseren Kunden im Mittelstand, die ihre Produktions- und Vertriebskapazitäten vermehrt im Ausland ausbauen oder von zu Hause aus arbeiten. Eine webbasierte Lösung kann von jedem internetfähigen Client aus standortunabhängig bedient werden. Unsere nationalen und internationalen Kunden haben sich aber auch deshalb für uns entschieden, weil wir ihnen durch die Plattformneutralität, die solch eine webbasierte Anwendung mit sich bringt, die Wahl der Datenbank selbst überlassen. Zudem wird eine Internetanbindung externer Datenquellen wie zur LZB oder das komfortable Einspielen unserer regelmäßigen Software-Updates übers Internet so erst möglich. Auch ist die grafische Oberfläche gegenüber einem Green Screen laut unseren Kunden benutzerfreundlicher und intuitiv bedienbarer, wodurch der Schulungsaufwand deutlich geringer ausfällt.

Thomas Seibold: Die Globalisierung macht auch vor „kleinen“ Unternehmen nicht halt. Wie haben Sie Ihre FiBu in Sachen Internationalität aufgestellt?

Arne Claßen: Diesem Thema haben wir uns schon vor elf Jahren gewidmet. Aus diesem Grund ist das fimox Rechnungswesen heute in mehreren Anwendungssprachen und gemäß verschiedener Landesgesetzgebungen verfügbar. So ist eine internationale Rechnungslegung nach IFRS genauso möglich wie die Konsolidierung mehrerer Mandanten. Ganz wichtig ist es, dass eine internationale Bewertung neben der Finanzbuchhaltung auch in der Anlagenbuchhaltung berücksichtigt wird. Dementsprechend sind beispielsweise unterschiedliche Bewertungsrichtlinien und AfA-Methoden integriert, um sämtlichen Anforderungen international agierender Unternehmen mehr als gerecht zu werden.

Thomas Seibold: Auf der it & business haben Sie das neue Modul „Liquiditätsplanung“ für fimox vorgestellt. Welche Features zeichnen das Modul aus, und was hat der Kunde davon?

Arne Claßen: Da es nicht nur in Finanzkrisen geradezu fundamental ist, die Liquidität auch langfristig im Blick zu haben, werden derartige Auswertungen oft mit sehr viel Aufwand für die Datensammlung extern erstellt. Um einen Liquiditätsplan in Zukunft schneller und transparenter erstellen zu können, haben wir die Möglichkeit geschaffen, die kurzfristigen und langfristigen, einmaligen und wiederkehrenden Geldein- und -ausgänge den voraussichtlichen Zahlungsterminen gerecht zu planen. In Verbindung mit den Banksalden und der Kreditlinie entsteht eine monats‑, wochen- oder gar tagesgenaue Vorschau der zukünftigen Liquiditätsentwicklung. Gerade die Tatsache, dass diese Vorschau darüber hinaus auch mandantenübergreifend oder konzernweit auswertbar ist, imponierte den K+H-Standbesuchern auf der it & business. Hinzu kommt die Inte­grierbarkeit von ERP-spezifischen Daten wie Kundenaufträge, Absatzplanzahlen oder Bestellvorschläge, die eine solche Planung noch aussagekräftiger machen. Nur wer seine Liquidität stets im Blick hat, kann Defizite rechtzeitig erkennen und gewinnt Zeit zum Handeln.

Neben der Liquiditätsplanung fanden zudem besonders die zahlreichen branchenspezifischen Besonderheiten und das hohe Know-how durch unsere Kunden im Bereich Transport und Logistik einen hohen Anklang.

Thomas Seibold: Es herrscht landläufig die Meinung: Finanzbuchhaltung ist nur Soll und Haben. Wie positionieren Sie fimox?

Arne Claßen: Abgesehen von den gesetzlichen Anforderungen an ein Rechnungswesen, zeichnet sich fimox durch spezielle Branchenlösungen für die Bereiche Logistik, Handel, Fertigung, Maschinenbau, Verlagswesen, Textil und Gastronomie aus. Zudem orientiert es sich an den internen Geschäftsprozessen und schafft somit eine Umgebung, in der Arbeitsprozesse vereinfacht und automatisiert werden. Unternehmen, die beispielsweise im B2C-Bereich tätig sind, wie ein Versandhandel, stehen zunehmend vor wachsenden Anforderungen. Die in der Software verfügbaren Eigenkapital- und Rückstellungsspiegel sowie das integrierte Anlagevermögen beschleunigen vor allem in diesen Branchen die Erstellung des Jahresabschlusses. Auch das Banken-Clearing mit einer nahezu hundertprozentigen Trefferquote unterliegt im B2C-Geschäft einer speziellen Zuordnungslogik. Außerdem stehen bei uns ständig neue Entwicklungsthemen auf der Agenda, und es gibt in Europa regelmäßig steuerliche Änderungen. Neben Kundenwünschen, die von uns realisiert werden, und einer Standardwartung, die eine Hotline und regelmäßige Programm-Updates beinhaltet, stehen unseren Kunden zudem ein Service- und Competence-Center und bei Bedarf ein mit vielen weiteren Vorteilen verbundener Premiumwartungsvertrag zur Verfügung.

ZUM UNTERNEHMEN

Die K+H Software KG entwickelt als unabhängiges Software-Haus seit 1985 Premiumanwendungen für den Mittelstand. Die Lösungen Finanzbuchhaltung, Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung und das mit Controlling-Funktionalitäten ausgestattete Finance Intelligence sind national sowie international in 36 Ländern im Einsatz. Neben der modernen Web-Technik, einem Java-Standard und Datenbanken wie SQL-Server, DB2 oder Oracle setzt die K+H auch auf das Bewährte wie DB2/400 für IBM i5 und iSeries-Anwender. Spezielle Branchenlösungen sind für die Bereiche Logistik, Handel, Maschinenbau, Verlagswesen, Fertigung, Gastronomie und Textil verfügbar.

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