Evonik Industries ist ein Industriekonzern mit den Geschäftsfeldern Chemie, Energie und Immobilien. Das Unternehmen stellt hohe Anforderungen an eine effiziente IT-Infrastruktur, die sich wirtschaftlich und möglichst überschaubar administrieren lässt. Beim Netzwerkdruck wird auf das stringente Prinzip der Homogenität und Überschaubarkeit gesetzt.

Der Druckerpark besteht ausschließlich aus Modellen von HP, während die Kopierer von Sharp bezogen werden. Dies erlaubt ein standardisiertes Management und vereinfacht die Wartung. Dazu kommt, dass man bei Evonik schon früh auf dezentrales Druckmanagement gesetzt hat. Dabei werden alle Druckdienste auf eine Netzwerkdruck-Appliance ausgelagert. Der strategische Einsatz solcher Appliances befreit die zentralen, universellen Server und Serverfarmen erheblich von der Last des Netzwerkdrucks und vereinfacht gleichzeitig dessen Management und Administration.

Passend zur HP-Druckerlandschaft setzte Evonik bis 2006 die Appliance HP PSA 4250 ein, die bereits ab Werk mit den Druckertreibern für die eigenen Systeme ausgestattet war und sich in weitere HP-Applikationen einbinden ließ. Doch Anfang 2006 nahm HP diese Appliance ersatzlos vom Markt. Die IT-Verantwortlichen bei Evonik wollten auf keinen Fall auf eine Windows-Server-Lösung zurückfallen. Sie recherchierten, ob es nicht eine andere Appliance mit ähnlichem Funktionsumfang auf dem Markt gibt und fanden das Intelligent Spooling Device ISD300.

Vorteile des Einsatzes von dedizierten Druck-Appliances

Das ISD300 übernimmt das Spoolen von Druckjobs und verwaltet bis zu 50 Netzwerkdrucker bzw. Warteschlangen. Weil Netzwerkdrucken viel Bandbreite beansprucht, beispielsweise bei voluminösen Druckjobs mit intensivem Grafikeinsatz oder Farbdruck, kann eine strategisch geschickt eingesetzte Druck-Appliance Server-Ressourcen und den Netzverkehr erheblich entlasten. Druckdatenaufkommen lassen sich so auf bestimmte Netzwerksegmente begrenzen, z. B. auf eine Arbeitsgruppe oder eine Außenstelle.

Wird der gesamte Druckdatenverkehr darüber abgewickelt, ist die Verfügbarkeit aller Druckdienste gegeben, denn der Druckbetrieb verläuft auch bei Ausfällen des Mehrzweckservers ungestört. Das Auslagern der Netzwerkdruckaufgaben auf ein ISD300 zahlt sich besonders im schlimmsten Fall aus, nämlich wenn nach einem Ausfall das gesamte System wiederhergestellt werden muss. Dies erfordert Zeit (für das Drucksystem mindestens eine Stunde) und speziell geschultes Netzwerkpersonal. Die Konfiguration des ISD300 ist dagegen über ein einfaches Back-Up in einer ausgelagerten Datei abgelegt und lässt sich schlicht durch den Einsatz eines redundanten Geräts ersetzen. Das Drucksystem steht innerhalb weniger Minuten wieder bereit. Dazu wird kein spezielles Fachpersonal benötigt. Mit einer solchen Back-up-Datei können weitere Appliances schnell und einfach konfiguriert werden. Außerdem bootet es in weniger als 10 Sekunden, was auch nach einem eventuell notwendigen Re-Boot der Print Appliance dafür sorgt, dass die Druckdienste innerhalb weniger Sekunden wieder voll zur Verfügung stehen.

Weltweite Flexibilität

Doch nicht nur diese Vorteile überzeugten bei Evonik. Dort verantwortet Stephan Schickling von S-IT CSS die Printing Policies des Unternehmens. Und die müssen sehr unterschiedliche Szenarien abdecken. In Osteuropa hat Evonik etliche Standorte. Dort übernehmen zwei ISD300 pro Standort die Netzwerkdruckdienste. Ähnlich effizient lässt sich die Appliance in Peer-to-Peer-Netzen ohne lokalen Mehrzweckserver einsetzen: In diesen Umgebungen ermöglicht das ISD300 das zentrale Management von Druckaufträgen und Warteschlangen überhaupt erst und erleichtert die Administration des Netzwerkdruckens. Die Appliance übernimmt das Spoolen großer Druckjobs und entlastet die Workstations so erheblich. Das ISD300 kann in den verschiedenen Netzwerkszenarien bei Evonik eingesetzt werden und stellt dort Server-Qualitäten bereit.

Einfache Inbetriebnahme

Die Umsetzung der von Schickling ausgearbeiteten Printing Policies übernehmen die jeweiligen IT Regional Manager vor Ort. Dazu greifen sie auf das unternehmenseigene Warenkorbsystem zurück. Für das ISD300 hat Schickling außerdem eine detaillierte Handreichung zur Installation und Konfiguration bereitgestellt. „Die einfache Bedienbarkeit ist wichtig für uns, weil wir vor Ort nicht überall speziell geschulte Administratoren im Einsatz haben,“ erläutert Schickling. Das ISD300 lässt sich ohne spezielle Netzwerkkenntnisse bei laufendem Netzbetrieb schnell installieren und über ein Web-Interface konfigurieren und managen.

Auch Soft- und Firmware-Updates zur ständigen Aktualisierung der Netzwerkgeräte werden einfach von der SEH-Website herunter- und auf die Appliance heraufgeladen. Das ISD300 findet automatisch alle im Netz angeschlossenen Printserver, Netzwerkdrucker richtet es als Warteschlangen ein. Das Gerät kann außerdem zusätzliche Netzwerkdienste übernehmen, etwa die automatische Zuweisung von IP-Adressen und Name Services beispielsweise für Außenstellen ohne DHCP- und DNS-Server, und lässt sich in die Benutzerverwaltung des Windows Active Directory integrieren. „Vor kurzem rief ein Mitarbeiter eines kleinen Standortes an, weil er Fragen zur Installation eines Druckertreibers hatte. Während unseres Gesprächs stellte sich heraus, dass er bis dahin die gesamte Inbetriebnahme und Konfiguration des ISD300 allein bewältigt hatte und sehr gut klar kam,“ erzählt Schickling und ergänzt: „So gesehen ist es ein gutes Zeichen, wenn wir keine Help-Desk-Calls bekommen.“

Bequemes Management von Druckertreibern

A propos Druckertreiber: Die Möglichkeit einer zentralen Verwaltung aller Druckertreiber lag Schickling ganz besonders am Herzen. Immerhin über 80 Druckertreiber sind insgesamt bei Evonik in Gebrauch. Die Appliance von HP war bereits ab Werk mit allen relevanten HP-Treibern ausgestattet, die einfach nach Bedarf auf die jeweiligen PCs und Notebooks geladen werden konnten. Mit dem Einsatz des ISD300 muss Schickling nicht auf diesen Komfort verzichten, denn es verfügt über das für Windows entwickelte „Point-and-Print“-Verfahren: Alle notwendigen, Point-and-Print-fähigen Treiber für die vorhandenen Netzwerkdrucker werden auf die Print Appliance geladen und stehen für jeden Client nach Bedarf zum einfachen Download bereit.

Updates für die Druckertreiber werden je nach Client-System sogar automatisch verteilt, was den Administrationsaufwand deutlich verringert. Für Administratoren bedeutet dies eine Erleichterung, da alle Aufgaben der Treiberinstallation an einer zentralen Stelle – der Print Appliance – ansetzen. Sie müssen sich nicht mehr um jeden PC einzeln kümmern. Um für den Netzwerkdruck bei Evonik auch die sogenannten „erweiterten Druckfunktionen“, beispielsweise den Duplex-Druck, N-Up-Drucken, das Drucken von Wasserzeichen, individuell definierte Formateinstellungen etc. optimal verfügbar zu machen, entwickelte SEH ein spezielles Software-Plugin, das „CSR Plugin“. „Diese Druckfunktionen werden bei uns recht häufig genutzt, daher war uns dieses Leistungsmerkmal wichtig,“ erläutert Schickling. SEH hat dieses Plugin mittlerweile standardmäßig in die Software-Ausstattung des ISD300 integriert. „Die Entwicklung des CSR Plugins für die Bedürfnisse der Evonik ist ein Beispiel dafür, wie besondere Anforderungen aus einer Kundensituation in die Weiterentwicklung unserer Netzwerkdrucklösungen einfließen können,“ unterstreicht Thorsten Kilian, Produkt Manager SEH.

Fazit

„Weil sich das Intelligent Spooling Device ISD300 so einfach installieren, konfigurieren und bedienen lässt, ist diese Lösung in Hinsicht auf Wartungs- und Personalkosten für uns auf jeden Fall sehr günstig,“ stellt Schickling zufrieden fest. Softwarelizenzen fallen auch nicht an und was die Hardware betrifft, verursacht die Appliance keine weiteren Kosten für Peripheriegeräte (Maus, Tastatur, Monitor), wie sie beispielsweise für einen Windows-Server als Druckserver anfallen würden.

Was den Stromverbrauch angeht, so ist das Gerät äußerst genügsam und kommt mit zehn Prozent dessen aus, was ein richtiger Server oder PC an gleicher Stelle verschlingt. Für Evonik zahlt sich der Einsatz dieser Netzwerk-Appliance also gleich mehrfach aus, da sie äußerst effizient und transparent für die Verfügbarkeit aller Druckdienste sorgt, den Netzverkehr und die Server-Ressourcen entlastet und für den Notfall ein schnelles und sicheres Back-Up bereit hält. Allein in Deutschland sind bei Evonik schon über 30 Geräte im Einsatz – Tendenz steigend. Und auch weltweit hat die Appliance bei Evonik ihren Siegeszug längst angetreten.

SEH Computertechnik GmbH, Bielefeld
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