Seit rund dreißig Jahren hat sich der schwedische Softwarekonzern International Business Systems (IBS) auf Branchenlösungen für Großhandel und Distribution spezialisiert. Anfang 2010 wurde Thomas Brandt zum IBS Regional Director GSE (German Speaking Europe) berufen und verantwortet seither das strategische und operative Geschäft in DACH.

Midrange Magazin: Herr Brandt, Sie haben Anfang 2010 bei International Business Systems die Verantwortung für den deutschsprachigen Raum übernommen. Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Thomas Brandt: Da kommen gleich mehrere Aspekte zusammen, die mir recht schnell das sichere Gefühl verschafft haben, dass das Angebot von IBS einfach passt: Zum einen komme ich ja aus dem Bereich Business-Software – die zieht sich wie ein roter Faden durch meine bisherige berufliche Karriere – und den ERP-Vertrieb schätze ich als die wahre Königsdisziplin ein. Denn hier findet man die hohen Potenziale, wie sie integrierte Softwarepakete wie IBS Enterprise im Vergleich zu Einzellösungen und Modulen nun mal bieten, von Einkauf über Warenwirtschaft, Verkauf bis hin zu Rechnungswesen, Distribution und Logistik.

Zum anderen hat mich der Gestaltungsspielraum gereizt, den man mir als IBS Regional Director gibt. Sehen Sie, meine Berufung schließt sich direkt an die Repositionierung des IBS-Konzerns an. Und diesen Umbruch lokal nicht nur in der Denkweise zu verankern, sondern auch im täglichen Geschäft zu konkretisieren, ist eine spannende Herausforderung, auf die ich mich sehr freue.

Midrange Magazin: Auf welche Situation sind Sie denn beim Einstieg ins Unternehmen gestoßen?

Thomas Brandt: IBS hatte angesichts der weltweit gesamtwirtschaftlichen Talfahrt schon früh alle notwendigen und sicherlich harten Entscheidungen getroffen und umgesetzt, um gestärkt durch die Rezession zu kommen. Deswegen stehen wir heute auch finanziell abgerundet da und können den sich abzeichnenden ökonomischen Aufschwung gut aufgestellt mitnehmen. Mich hat man übrigens verpflichtet, um genau diese Mitnahme zu realisieren, zumal mir der Ruf vorauseilt, ein positiver Veränderer zu sein, und ich auch die notwendige vertriebliche Erfahrung mitbringe.

Thomas Brandt, IBS Regional Director GSE und Polen

Neben dem beschriebenen organischen Wandel, der zu mehr Effizienz, Flexibilität und Zukunftssicherheit geführt hat, hat es auch einen inhaltlichen gegeben: die weitere Fokussierung auf Großhandel und Distribution – ein äußerst spannendes Umfeld, dessen Bedeutung im Zeitalter des Global Business wirtschaftlich gesehen immer mehr wächst. Insofern befand sich IBS in einer auf organisatorische Stärkung ausgerichteten Umbruchsituation.

Midrange Magazin: Welche Ziele möchten Sie erreichen?

Thomas Brandt: Meine Ziele liegen absolut auf einer Linie mit denen des Unternehmens. Insofern ist es wichtig, den angesprochenen Wandel des weltweit tätigen Konzerns auch vor Ort zu implementieren und tagtäglich zu leben. Das Leben ist kein Schachbrett und wer sich als ganzheitlicher Partner seiner Kunden definiert, muss das nachhaltig unter Beweis stellen, indem er die dazugehörigen Hausaufgaben erledigt und entsprechend am Markt handelt. Ein schönes Beispiel für die noch deutlichere Fokussierung auf die Kundeninteressen ist unsere aktuelle eBook-Aktion, über die IBS die Quintessenz der jahrzehntelangen Projekterfahrungen in Großhandel und Distribution übersichtlich darstellt. Die Leser erhalten hierüber wichtige Tipps, wo im täglichen Geschäft im Hinblick auf Margen, Umsätze, Bestände, Liquidität und Ausgaben sowohl Fallstricke als auch Ansätze zur Optimierung liegen.

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist, die synergetische Nutzung der internationalen Strukturen von IBS voranzutreiben. Als internationales Unternehmen mit Tochtergesellschaften in 21 Ländern bietet es sich schließlich an, über den nationalen Tellerrand zu schauen und grenzüberschreitend voneinander zu profitieren. IBS möchte hier verstärkt als Matrixorganisation auftreten, die mit straffen Strukturen die Kompetenzen für ihre Kunden genau dort nutzt, wo sie vorhanden sind. Dem Kunden muss es dabei egal bleiben können, von wem und aus welchem Land er betreut wird – solange die Services kompetent, schnell und zuverlässig erfolgen. Dieser Ansatz hat seinen besonderen Reiz darin, dass viele unserer Kunden ebenfalls multinational aufgestellt sind. Eine kompetenzgetriebene Betreuung ohne nationale Beschränkungen bedeutet für sie, dass jeweils ein und dasselbe IBS-Team für sie verantwortlich ist und bleibt – egal, in welchem Land ihrer grenzüberschreitenden Organisation sie gerade unsere Unterstützung benötigen.

Midrange Magazin: Welche Neuigkeiten oder Veränderungen können Ihre Kunden inhaltlich erwarten?

Thomas Brandt: Im Mittelpunkt der Produktstrategie steht unser Flaggschiff IBS Enterprise, die modulare Distribution-Resource-Management-Suite mit ihren ausgewählten Branchenausprägungen für beispielsweise Pharmazie, Chemie, Elektronik und Food. Erklärtes Ziel ist es, wiederholbare Modelle weiterzuentwickeln, über die wesentliche Errungenschaften aus nationalen Projekten standardisiert und weltweit angeboten werden können; ganz aktuell spielt hier die Lebensmittelbranche eine besondere Rolle. Mit stark fokussierten Produkten wie IBS Distribution Intelligence als Best-of-Breed-Angebot für die Business-Intelligence in der Distribution unterstreichen wir zudem, wo unsere Kernkompetenzen liegen. Vergleichbare Speziallösungen dieser Art werden noch im laufenden Jahr auf den Markt kommen.

Darüber hinaus bieten wir künftig unser ausgereiftes Funktionalitätsportfolio nicht nur im Rahmen von IBS Enterprise, sondern durchaus auch angedockt an andere ERP-Welten an. Ein aktuelles Beispiel dafür ist unser leistungsstarkes Advanced-Warehouse-Management-System IBS Dynaman, das wir seit Kurzem auch im deutschsprachigen Umfeld vermarkten. Für die Anwenderschaft und IBS gleichermaßen wichtig ist außerdem der weitere Ausbau von IBS Enterprise for Windows: Neben unserer klassischen IBM-Midrange-Positionierung, die auch weiterhin strategisch bedeutend bleibt, etabliert sich hierüber in der IBS-Welt schrittweise die SQL-Schiene – für uns öffnen sich damit natürlich auch neue Zielgruppen in den unteren Einstiegssegmenten.

Midrange Magazin: Apropos Neukundengeschäft: Wenn man auf die Branche schaut, scheint das eher ins Stocken geraten zu sein. Was unternimmt denn IBS konkret, um hier am Ball zu bleiben?

Thomas Brandt: Entscheidend ist sicherlich, dass wir zu den ersten Adressen in den engen und hoch spezialisierten Kernsegmenten von Distribution und Großhandel gehören. Denn mit ERP-Ansätzen von der Stange kommt man hier nicht allzu weit. Während beispielsweise andere Häuser eine bloße Chargenrückverfolgung anbieten, hat IBS den kompletten Chargenrückruf im System automatisiert. Stellen Sie sich nur vor, welchen Unterschied das für pharmazeutische Großhändler oder Unternehmen aus der Lebensmittelbranche macht, die schnellstens kontaminierte oder auch nur verunreinigte Produkte zurückrufen müssen, die bereits an Hunderte oder Tausende von Adressaten ausgeliefert wurden. Insofern ist alleine schon die durchdachte Positionierung am Markt eine gute vertriebliche Ausgangssituation. Wie Sie jedoch nicht nur an der Ausweitung der Plattformschiene oder unserem Hosting-Angebot erkennen können, orientiert sich IBS konsequent an den Gegebenheiten und Anforderungen des Markts. Dazu gehört beispielsweise auch, dass wir mit IBS FasTrax eine richtungsweisende Implementierungsmethode etabliert haben, die auf der Grundlage vordefinierter Prozesse und entsprechendem Business Content einen wirklich schnellen Einstieg zum Festpreis ermöglicht. Dieser Steilpass richtet sich im Übrigen nicht nur an die mittelständischen Zielgruppen, sondern kommt erfahrungsgemäß auch sehr gut im Konzernumfeld an.

Für unsere Organisation im deutschsprachigen Europa zeichnet sich ferner die Ausweitung auf die osteuropäischen Märkte mit entsprechenden Wachstumsmöglichkeiten ab. Im ersten Schritt wurde unser Verantwortungsbereich bereits auf Polen erweitert und darin liegt nur der Anfang einer sukzessiven Expansion unserer vertrieblichen Potenziale.

International Business Systems (IBS) GmbH, Hamburg
www.ibs.net/de