Vogel Antriebstechnik ist einer der führenden und weltweit tätigen Anbieter für den Maschinen- und Anlagenbau, Druck- und Verpackungstechnik, Handhabung, Robotik, Kunststoffindustrie, Holzverarbeitung sowie Werkzeugmaschinen- und Windanlagenbau. Um die Marktstellung weiter auszubauen und abzusichern, entschied man sich für die Neuanschaffung einer integrierten Manufacturing Execution System (MES)-Lösung.

Volker Uhlmann, Geschäftsführer der Vogel Antriebstechnik, blickt zurück: „Wir hatten damals schon eine MES-Lösung im Einsatz, allerdings eine zusammengebastelte. Da gab es zum einen ein BDE/MDE-System, den Leitstand von IDS Scheer, eine Personalzeitwirtschaft sowie die iSeries-basierte ERP-Lösung, über die diese drei Systeme sozusagen getrennt miteinander verknüpft waren.“ Der große Nachteil solcher Insellösungen unterschiedlicher Anbieter liegt auf der Hand: Die Software-Systeme waren über recht aufwendige (und zudem teure) Schnittstellen miteinander verbunden, ein echter Online-Betrieb war also nicht möglich. Die Daten wurden tagsüber gesammelt und nachts wurde das Backup gemacht, so dass man am nächsten Morgen immer für die Planung der Fertigung Daten vom vorhergehenden Tag, aber nie tagesaktuelle zur Verfügung hatte. Das Thema „Anschaffung einer neuen, integrierten MES-Lösung“ kam u. a. dadurch wieder auf die Tagesordnung, weil Vogel sich damals von den softwaregebundenen, proprietären und in der Neuanschaffung sehr teuren Terminals trennen wollte, um handelsübliche, softwareunabhängige und günstigere Industrie PCs (IPCs) anzuschaffen.

Die Anforderungen an das System

Bei der Gesamtlösung ‚Hard- und Software’ wurden im Vorfeld zwei Bedingungen festgelegt: 1. Die Software-Lösung musste unabhängig von der Hardware sein; man wollte sich weder im Bereich der IPCs noch im Bereich der Server an einen Hardware-Hersteller binden. 2. Um endlich auch die Schnittstellenauswüchse zu beseitigen, wollte Vogel fortan eine zentrale Datenbank, wo alle Daten künftig eingehen sollten, sowohl aus der Feinplanung – dem Leitstand – als auch BDE/MDE- und Personalzeiterfassungs-Daten.

Nach einer Marktsondierung fiel die Entscheidung auf die vollständig integrierte MES-Lösung cronetwork (Feinplanung, BDE/MDE, Personalzeiterfassung, Personalplanung) des IT-Hauses Industrie Informatik. Das im Anschluss daran gemeinsam von IT-Abteilung, Geschäftsleitung und Produktionsabteilung angeforderte Pflichtenheft diente dann sogar als Basis für das Gesamtprojekt, wurde aber in weiteren Schritten noch spezifisch ausgearbeitet. Zunächst baute man eine Test-Umgebung auf, die von der Vogel-IT zusammen mit Industrie Informatik realisiert wurde. Volker Uhlmann zur erfolgreichen Implementierung: „Nachdem unsere IT-Leute – also nicht unbedingt die Spezialisten für die Fertigung – das getestet hatten, was sie testen konnten, haben wir diese Testergebnisse weiter in die Fertigung gegeben. Die Fertigungsabteilung hat dann in einem weiteren Schritt versucht, das Tagesgeschehen so real wie möglich in der Testumgebung nachzubilden. Und erst nachdem diese beiden Steps erfolgreich abgeschlossen wurden, haben wir als Geschäftsführung grünes Licht gegeben und Ende 2005/Anfang 2006 den Weg für den Echtbetrieb damit freigemacht.“

Die Schulungen der Key-User fanden bei Industrie Informatik in Linz statt, die der restlichen Mitarbeiter im Anschluss vor Ort. In Workshops zu speziellen Themen – wie etwa Fertigungssteuerung – wurde dann nochmals abgefragt, was die Mitarbeiter genau von der Software erwarteten und hat dann zum Teil mit ‚Training on the Job‘ gemeinsam die Lösung erarbeitet.

In einem letzten Schritt wurde Anfang 2008 die neue Personalzeitwirtschaft etabliert, die im Oktober 2008 in Echtbetrieb ging. Volker Uhlmann zur Einführung und zum Nutzen von cronetwork: „Heute haben wir – mit Ausnahme der Zutrittskontrolle, die aber sowieso nur peripher zum Einsatz kommen soll – das alles umgesetzt, was wir ursprünglich auch geplant hatten. Das heißt, die Bausteine Fertigungssteuerung, BDE, MDE und Personalzeiterfassung arbeiten auf einer Datenbank und wir haben nur noch eine Schnittstelle zu unserem ERP-System, so dass wir jetzt in der Lage sind, aus diesen Daten die Fertigungssteuerung zeitnah, online zu aktualisieren. Die Fertigungssteuerung – und das ist einer der größten Nutzen – hat also immer ein aktuelles Bild von der augenblicklichen Situation in unserer Fertigung.“

Industrie Informatik GmbH, Linz (A)
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