Seit März 2008 sind die neuen Workstation-Produkte IBM Rational Developer für System i Version 7.1 und IBM Rational Developer für System i für SOA Konstruktion Version 7.1 erhältlich. Die letzte Aktualisierung bringt die Version auf 7.1.0.3. Aus welchen Komponenten die Produkte bestehen, was Ihnen bekannt und was ganz neu ist, erfahren Sie hier.

IBM Rational Developer für System i (nachfolgend als RDi bezeichnet) ist ein relativ kleines und dadurch schnelles Produkt zur Entwicklung von traditionellen Hostanwendungen für das i5/OS System, also zur Entwicklung und Pflege von Anwendungen, die in RPG, COBOL, CL und DDS geschrieben sind. Sie können RDi mit den i5/OS-Versionen V5R3, V5R4 und V6R1 benutzen. Inklusive der Dokumentation erfordert RDi nur 800 MB Plattenspeicherplatz. Als Hauptspeicher sollten Sie mindestens 512 MB haben, mehr ist natürlich besser. Wie bei allen Workstation-Tools reduziert ein größerer Speicher die Lade- und Verarbeitungszeiten.

RDi enthält folgende Komponenten:

  • Remote System Explorer, der Zugriff zu allen Objekten auf dem System i Host ermöglicht und Ihnen den Zugriff zu Aktionen wie Editieren, Prüfen, Kompilieren, Ausführen und Debug erlaubt.
  • i5/OS Projekte, um die Arbeit vernünftig zu organisieren.
  • Den JLPEX Editor mit Syntax-Prüfer, Bedienerführung, F1-Hilfe, etc.
  • Die Möglichkeit RPG, COBOL und DDS Quellencode lokal zu prüfen.
  • Den integrierten i5/OS Debugger.
  • Online Hilfe inklusive Referenzhandbücher für RPG, COBOL, DDS und CL.
  • Die Anwendungsdiagramm-Komponente zur graphischen Darstellung der Struktur Ihrer i5/OS ILE RPG, ILE COBOL und, neu in RDi, ILE CL Anwendungen.
  • Screen Designer (Technologievorschau) zur graphischen Konstruktion und Pflege von Bildschirmdateien.

Alle Komponenten enthalten die Unterstützung für die neuen V6R1 RPG Funktionen.

Zusätzlich können Sie wahlweise auch die i5/OS Web-Tools/Web-Services, Java Tools und WebSphere JAX-RPC-Web-Service-Laufzeitunterstützung installieren. Das geht aber nur, wenn Sie bereits Rational Business Developer (RBD), Rational Application Developer (RAD), Rational Software Architekt (RSA) oder WebSphere Integration Developer (WID) installiert haben und für die RDi-Installation die gleiche Paketgruppe angeben. Einige zusätzliche Informationen zur Installation folgen etwas später. Siehe Abbildung 1.

Übersicht über die RDi- und RDi-SOA-Komponenten

IBM Rational Developer für System i für SOA Konstruktion (nachfolgend

als RDi SOA bezeichnet) enthält alle Komponenten, die auch in RDi enthalten sind, einschließlich der Java und Web-Tools, und zusätzlich RBD, welches Ihnen erlaubt mit EGL Web-Seiten als Benutzerschnittstelle für Ihre RPG- oder COBOL-Geschäftslogik zu erstellen.

HATS für System i Version 7.1 ist ein separates Produkt. Es besteht aus dem HATS-Toolkit, der Runtime für HATS und WebFacing und dem WebFacing Tool. Mit WebFacing können Sie Ihre DDS-Bildschirmdateien zu Web-Seiten konvertieren, mit HATS können Sie dynamisch während der Ausführung Ihrer Anwendung Screens in Web-Seiten umsetzen. Wenn Sie WebFacing und HATS kombinieren, können Sie zum Beispiel Ihre eigenen Screens mit WebFacing konvertieren und HATS benutzen, um System-Screens oder andere Screens von denen Sie den Quellencode nicht haben, während der Ausführung als Web-Seiten anzuzeigen. Portal-Unterstützung ist im Produkt enthalten. Dafür müssen Sie aber RAD 7.0.0.5 installiert haben.

Anmerkung: Der HATS Toolkit, mit dem Sie Ihre Web-Seiten konfigurieren, läuft auf der Workstation. Die HATS Runtime läuft auf dem System i Host und ist während der Ausführung Ihrer Anwendung erforderlich.

Die Installation für beide Produkte, RDi und RDi SOA, erfolgt mit dem IBM Installations-Manager. Wie in Web­Sphere Development Studio Client für iSeries (Development Studio Client) V7.0 können Sie auch hier entscheiden, ob Sie das Produkt als separates Paket installieren oder einem bereits installierten Produkt hinzufügen wollen. Am Prinzip der Installation hat sich für RDi im Vergleich zu Development Studio Client nichts geändert. Einzelheiten darüber können Sie in meinem Artikel Aller guten Dinge sind 7 – WebSphere Development Studio Client für iSeries V 7.0 nachlesen.

Anmerkung: Falls Sie noch nicht die neueste Version des Installations-Managers haben, müssen Sie dafür erst eine Aktualisierung laufen lassen, die aber automatisch vom Launchpad gestartet wird.

Außer der geänderten Verpackung und der erheblich schnelleren Installation finden Sie in RDi V7.1 eine ganze Reihe neuer oder verbesserter Funktionen. Dass alle neuen V6R1 RPG-Funktionen unterstützt werden, habe ich ja schon erwähnt. Diese Verbesserungen enthalten zum Beispiel die Möglichkeit Dateien in Prozeduren zu definieren, Dateien als Parameter zu übergeben, Anwendungen als Multi-Threading laufen zu lassen und riesige Variablen und Arrays zu definieren, ohne die bisherigen Begrenzungen von 64K bzw. 32767. Und die Unterstützung bezieht sich auf den gesamten Entwicklungszyklus vom Editieren über Prüfen zum Debuggen.

Mit der Anwendungsdiagramm-Komponente können Sie jetzt auch die Struktur von CL-Programmen graphisch darstellen. Wie für RPG und COBOL stehen Ihnen hier ein Quellen-Aufruf-Diagramm und ein Programm-Struktur-Diagramm zur Verfügung. Das Quellen-Aufruf-Diagramm zeigt die Struktur des Programms an. Das Programm-Struktur-Diagramm zeigt Ihnen die Relation zwischen Programm und Service Programm an und außerdem die Module, aus denen sich Programm und Service-Programm zusammensetzen.

Für das Sichern Ihres Quellencodes gibt es jetzt zwei Möglichkeiten. Bei der bisherigen Methode wird die existierende Quellenteildatei gelöscht und mit dem Inhalt aus dem Workspace überschrieben. Bei der zweiten Methode wird der Inhalt aus dem Workspace erst als temporäre Datei gespeichert, dann erst wird die existierende Quellenteildatei gelöscht und anschließend der Inhalt der temporären Datei kopiert. Damit wird die Gefahr eines Datenverlustes verringert. Welche Sicherungsmethode Sie verwenden, können Sie durch die Benutzervorgaben festlegen (vgl. Abbildung 2).

Benutzervorgaben für das Sichern

Diese Benutzervorgaben finden Sie unter Fenster > Benutzervorgaben > Ferne Systeme > i5/OS > Subsystem ‚Objekte‘. Standardmäßig ist In temporärer Teildatei sichern und dann in Originaldatei kopieren ausgewählt.

Um Ihnen das Auffinden eines bestimmten Datums im LPEX Editor zu erleichtern, gibt es jetzt neben dem Filter auch die Möglichkeit nach einem bestimmten Datum zu suchen. Die Suche erlaubt gleich, größer als, kleiner als oder einen Von-Bis-Bereich.

In der Sicht Fehlerliste erhalten Sie jetzt eine Statusnachricht, wenn Ihr Prüf- oder Kompiliervorgang ohne Informations- und Fehlermeldungen endete, oder wenn Sie einen Filter gesetzt hatten, so dass die Meldungen ausgefiltert werden.

Außerdem enthält die Fehlerliste neue Optionen, mit denen Sie festlegen können, dass vorherige Fehlermeldungen aus dem Editor gelöscht werden, wenn neue eingefügt werden, oder dass Fehlermeldungen automatisch gelöscht werden, wenn Sie die entsprechende Zeile im Editor bearbeitet haben. Diese Optionen finden Sie im Menü der Sicht Fehlerliste; wählen Sie Automatisch entfernen und dann Vorherige Nachrichten vom Editor, und/oder Adressierte Nachrichten (vgl. Abbildung 3).

Menü der Fehlerliste für ‚Automatisch löschen‘

Neben den verbesserten Möglichkeiten für das Löschen von Fehlermeldungen enthält RDi auch verbesserte Möglichkeiten für das Einfügen. Im Menü der Sicht Fehlerliste können Sie unter Automatisch einfügen zwischen zwei Optionen wählen: In offene Teildateien und Dateien oder In alle Teildateien und Dateien einfügen. Im zweiten Fall werden alle Dateien, die nicht bereits im Editor sind, automatisch geöffnet (vgl. Abbildung 4).

Menü der Fehlerliste für ‚Automatisch einfügen‘

Weitere Informationen zu RDi und RDi SOA finden Sie unter folgendem Link: www.ibm.com/software/awdtools/iseries