Wenn jemand denkt, nun ist ein Logistikprozess aber “wirklich mal ausgereizt und optimiert”, dann schlägt die Stunde der FLS Fuzzy Logik Systeme in Dortmund. Die Spezialisten des von Dr. Rudolf Felix geführten IT-Entwicklungshauses finden in den allermeisten Fällen doch noch ein substantielles Optimierungspotential, das die Auftraggeber in der Regel sichtlich erstaunt. Möglich wurde das dadurch, dass man sich bei der FLS von vornherein von den traditionellen Ansätzen der Optimierungsmethodik verabschiedet hatte. Anstatt den üblichen Weg zu gehen, das letzte Quäntchen von Prozess-Effizienz aufwändig zu suchen, noch eine Nachkommastelle präziser zu berechnen und dann der Asymptote etwas näher zu kommen, hat das Unternehmen mit Qualicision ganz andere methodische Wege beschritten.

Die BMW Group ist durch die Anwendung von Qualicision noch mehr in der Lage als zuvor, ihren Kunden eine hohe Änderungsflexibilität bieten zu können: Bis zu sechs Werktage vor Beginn der Produktion kann der Kunde eines 7er-BMWs letzte Änderungen vornehmen. Das beschränkt sich nicht auf eine eingegrenzte Auswahl von Teilen, sondern ist für alle bestimmbaren Konfigurationen mit Ausnahme der Karosserie-Variante möglich; also kann man noch gut eine Woche zuvor, so man denn will, vom Schaltgetriebe zum Automatik-Getriebe wechseln.

Vom Prinzip her funktioniert die Planung einer Produktion mit Qualicision so, dass das System an Hand von bestimmten Kriterien Entscheidungen trifft. Die Kriterien, die stets fertigungsspezifisch in einem Katalog definiert werden, können eine frei wählbare Gewichtung erhalten, die letztlich einen Einfluss auf das gesamte “Entscheidungsgleichgewicht” haben.

Die Relevanz entscheidet

Ein Beispiel aus der Autoproduktion: Wird in einer Lackierstraße eine Rohkarosserie beschichtet, so soll produktionstechnisch darauf geachtet werden, dass bei der Bearbeitungsfolge keine dunkle Karosserie auf eine Weiße folgt. Das heißt konkret für die Fahrzeugmontage, dass die Aufträge von dem Programm so ausbalanciert sein müssen, dass derartige Sequenzen sicher ausgeschlossen werden. In der Software wird das in einer zwingenden Forderung vom Planer eingestellt.

Im Gegensatz dazu besitzt die denkbare Forderung, dass nach der Verarbeitung einer Karosserie mit Schiebedach eine ohne Schiebedach folgen soll, keine so hohe Relevanz. Wenn also die Auswertung sämtlicher Parameter zu der Systementscheidung führt, dass doch zwei Fahrzeuge mit Schiebedächern aufeinander folgen sollten, dann ist das zulässig und von nicht so hoher Relevanz, wie die Sequenzierungsvorgabe aus der Lackiererei. Derartige Festlegungen resultieren aus technischen Zwängen, aber auch aus der praktischen Erfahrung der Anlagenführer.

Qualicision hat erreicht, dass heute bis zu 120 und noch mehr frei definierbare Parameter in die Planung der Fahrzeugproduktion einfließen. Noch vor ungefähr zehn bis fünfzehn Jahren, als die individuellen Entscheidungen des zuständigen Schichtenplaners noch weit stärker einflossen, belief sich die Zahl der tatsächlich bewerteten Parameter lediglich auf zehn bis zwanzig. Die Konsequenz: eine weitaus belastbarere Entscheidungsqualität, die auch im Bereich der Qualitätssicherung zu nachhaltigen Verbesserungen geführt hat.

Durch Produktions-Harmonisierung lassen sich in einer Reihe von Anwendungen bei bereits bestehenden Produktionsstraßen Steigerungen der Produktionseffizienz von bis zu zehn Prozent erzielen – und dies bei einem ROI, der in der Regel innerhalb eines Jahres erfolgt. Der softwaretechnische Aufbau von Qualicision erlaubt im Übrigen eine Implementierung, die nur unwesentlich zusätzliche Arbeitsbelastungen beim entscheidenden Inbetriebnahmelauf und der Scharfschaltung mit sich bringt. Folgenreiche Maschinenstillstände gibt es nicht.

SCM-Optimierung

Der Einsatz von Qualicision kann auch zur Optimierung der Supply-Chain eingesetzt werden. Die Zulieferer produzieren ereignisnäher und brauchen deshalb weniger Produkte im Lager auf Abruf vorzuhalten. Möglich ist das, weil eine nachhaltige Harmonisierung der so genannten Sequenzierung des Fertigungsprozesses erreicht wird. Die abrupte Änderung der bereits festgelegten Produktion, die in der Supply-Chain zu Terminengpässen führen kann, wird mit Qualicision zum Fremdwort. Sollte, was nie auszuschließen ist, dennoch einmal eine Störung im unmittelbaren Produktionsvorlauf oder während der Produktion auftreten, so ist das System im Stande, innerhalb kürzester Zeit – meist innerhalb einer Minute – eine angepasste Reihenfolge festzulegen, die die aktuellen Vorgaben der Supply-Chain bestmöglich berücksichtigt.

Aus Sicht der Finanzplanung bedeutet der Qualicision-Einsatz, dass das Umlaufvermögen verringert werden kann. Die nun möglich gewordene fokussiertere Produktionsplanung hat zudem zur Folge, dass das Fuhrparkmanagement der Zulieferer oder Spediteure ebenfalls geglättet werden kann. So reduziert sich der Termindruck und es können beispielsweise Ad-hoc-Maßnahmen durch Express-Kuriere vermieden werden.

Mit der universell ausgelegten Basis der FLS-Software ist es möglich, logistische Schnittstellen mit den Zulieferern und deren Logistikern einzurichten, die sich nicht allein auf Datentransfer zu den WWS oder ERPs beschränken. Qualicision kann ebenso leistungsstark für die Logistikplanung selbst eingesetzt als auch mit der IT-Welt der Produktion bruchstellenfrei vernetzt werden.

FLS Fuzzy Logik Systeme GmbH

D–44227 Dortmund

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