Erhöhte Flexibilität und Effizienzgewinne sind handfeste Wettbewerbsvorteile, die sich Unternehmen durch die Synchronisation ihrer Fertigungs- und Geschäftsprozesse – beispielsweise mittels Einführung der Manufacturing-Anwendung SAP MII – versprechen. Aber zahlt sich die Investition in die neue Lösung wirklich aus? Hat sich die Profitabilität tatsächlich erhöht?

Antworten darauf erhält, wer genau hinschaut, „Performance-Bremsen“ rechtzeitig identifiziert und eine Optimierungsstrategie entwickelt – am besten ohne Kostenrisiko in der Analysephase.

Die Nase vorn haben

In einem verschärften Wettbewerbsumfeld wird es für Fertigungsunternehmen immer wichtiger, die Anforderungen der Kunden an Preis, Verfügbarkeit und Qualität der Produkte zu erfüllen. Eine wichtige Voraussetzung: ein ungehinderter Datenaustausch zwischen Produktionssystemen und dem gesamten Liefernetz. Die Synchronisierung von Planungs‑, Produktions- und Logistikprozessen versetzt sie in die Lage, jederzeit schnell und kostengünstig die nachgefragten Produkte zu liefern – und sich so die dringend benötigten Wettbewerbsvorteile zu sichern. Ohne diese Vernetzung müssten die Unternehmen ihre Daten – beispielsweise zu Produktionschargen – nach wie vor manuell verarbeiten. Neben einem enormen Zeit- und Kostenaufwand birgt diese Methode das Risiko einer hohen Datenredundanz und ein großes Fehlerpotenzial. Zudem ist ein Zugriff auf produktionsrelevante Daten nur mit erheblicher Zeitverzögerung möglich. Der Aufwand und die Risiken einer manuellen oder punktuellen Integration sind zu hoch. Eine automatisierte Verknüpfung – also die Integration von Informations‑, Kommunikations- und Automatisierungstechnologie über eine standardisierte Schnittstelle – ermöglicht es, auf Daten aus der Produktion in Echtzeit zuzugreifen und mit dem Wettbewerb Schritt zu halten.

Integration von Fertigung und ERP mit SAP MII

Bei der automatischen Verknüpfung von Produktion und ERP-System setzt die Applikation „SAP Manufacturing Integration and Intelligence“ (SAP MII) an. Ihr Ziel ist es, durch eine direkte Verbindung zwischen Produktions- und Geschäftsebene eine globale Synchronisierung mit der Beschaffung und dem Bedarf zu ermöglichen. Die Lösung verknüpft das ERP-System in Echtzeit mit der Fertigung und stellt den Mitarbeitern dort relevante und umsetzbare Informationen zur Verfügung – bei überschaubaren Einführungs- und Systemkosten und einer reduzierten Komplexität. Denn SAP MII wird in die bestehende IT-Infrastruktur integriert und arbeitet mit vorgefertigten, auf Standards basierenden Konnektoren. Mit einer Implementierungszeit von durchschnittlich 100 Tagen trägt sie außerdem zu einer Reduktion der Gesamtbetriebskosten bei. Ein breites Spektrum an Visualisierungs- und Analyse-Tools unterstützt Initiativen zur Prozessverbesserung wie Six-Sigma oder Lean Manufacturing.

Die Applikation ermöglicht die Verfügbarkeit sämtlicher Produktionsdaten – zu Aufträgen, zu Materialien, zum Anlagenstatus, zu den Kosten und zur Produktqualität in Echtzeit –, und auch eine Optimierung der Werks- und Anlagenauslastung durch den direkten Vergleich einzelner Leistungen wird vereinfacht. Unproduktive Anlagen werden als solche identifiziert und nötige Rationalisierungen in Gang gesetzt. Die Echtzeitanalyse der Produktionsprozesse ermöglicht zudem eine langfristige Erhöhung der Fertigungsleistung. Die Überwachung, die Messung und die Steuerung von Initiativen zur Prozessoptimierung übernehmen beispielsweise die Fertigungsmitarbeiter. Dank des beschleunigten Informationsflusses zwischen Produktion und Liefernetz können Unternehmen in kürzester Zeit zu günstigen Preisen liefern – Produktionsmengen können genau auf die Nachfrage abgestimmt und gleichzeitig Kostenersparnisse und Qualitätsverbesserungen über dem Branchendurchschnitt erzielt werden; hohe Sicherheitsbestände gehören der Vergangenheit an. Die Anwendung versetzt Fertigungsunternehmen damit in die Lage, ihre Produktion rasch an veränderte Anforderungen anzupassen. Aber heben Unternehmen ihr Effizienzpotenzial auch in vollem Umfang?

Performance Review: Leistungsbremsen auf der Spur

Ist die Profitabilität – wie erhofft – gestiegen? Sind die Produktionskapazitäten nach der Einführung der SAP-Applikation besser ausgelastet? Kann die Fertigung tatsächlich schneller und flexibler reagieren? Kurz: Hat sich die Einführung gelohnt, oder gibt es Verbesserungspotenziale? „Harte Fakten“ sind gefragt. Für Unternehmen wird es hier interessant – so auch für die Krones AG. Das in der Getränkeabfüll- und Verpackungstechnik tätige Unternehmen hat im Frühjahr 2008 mit Unterstützung von CIBER Deutschland SAP MII eingeführt. Eine knapp sechs Monate nach der Implementierung durchgeführte Zeitstudie ergab, dass allein beim Auftragseingang des Unternehmens eine durchschnittliche Zeitersparnis von 15 Minuten pro Tag und Arbeitsplatz erzielt werden konnte. Daneben sank die Fehlerquote – und vor allem wurde die Kommunikation im Änderungsdienst verbessert. An die Erfahrungswerte dieser Analyse knüpft die „SAP MII Performance Review“ an, bei der das Beratungshaus für Unternehmen die Leistungsfähigkeit ihrer MII-Applikation unter die Lupe nimmt. Der System-Check liefert jedoch nicht nur reale Daten, sondern identifiziert auch mögliche „Performance-Bremsen“, ressourcenintensive Anwendungen und Schwachstellen in Programmierung und Aufbau. Mittels Detailkonzept, anschließender Tests von Anwendungsfällen in Probeszenarien und „Rund-um-die-Uhr-Monitoring“ zur Beurteilung des Systemverhaltens entsteht eine umfängliche Dokumentation der neu-ralgischen Punkte im MII – ergänzt um konkrete Optimierungsansätze für das jeweilige System.

Volle Transparenz, volle Kostenkontrolle

Auch der portugiesische Vertragshersteller ColepCCL, der u. a. Kosmetika und Arzneimittel produziert, hat sein SAP-MII-System mit der Performance-Review-Methodik auf den Prüfstand gestellt. „Es brauchte nur eine Workshop-Woche, um das bestehende Basiskonzept unserer MII-Applikation zu redesignen. Und im Laufe von vier Wochen waren wir in der Lage, das neue Konzept im System zu implementieren. Fakt ist: Die Performance unserer Transaktions- und Abfrageprozesse hat sich dadurch in jeder Hinsicht ganz deutlich verbessert. Damit ist ein Roll-out der Lösung in alle unsere Produktionsstandorte tatsächlich realisierbar.“ So beschreibt Miguel Sousa, Business Application Manager bei ColepCCL, den Mehrwert des durchgeführten Performance-Checks. Und zum Stichwort „Analyse mit Gewähr“: Hätten die Berater im SAP MII von ColepCCL keine Optimierungsmöglichkeiten entdeckt, wären 50 Prozent des vereinbarten Festpreises an den Kunden zurückgeflossen.

CIBER AG, Heidelberg
www.ciber.de