Einer der größten Drehteil-Zulieferer für die Automobilindustrie ist die HES Präzisionsteile Hermann Erkert GmbH in Sulzbach/Murr . Mit der gleichen Belegschaftsstärke in der Fertigungssteuerung wie vor zwei Jahren wickelt das Unternehmen heute fast die doppelte Menge an Aufträgen ab. Möglich wurde dies durch die Installation der ERP-Branchenlösung infor:AUTOMOTIVE. Insgesamt 100 Benutzer setzen mit dem System pro Schicht über 2.000 Meldungen ab. Zur effektiven Planung und Steuerung aller Geschäftsprozesse – von der Beschaffung über die Fertigung bis zur Auslieferung der Ware – ist heute ein computergestützter Informationsfluss unerlässlich. Das ERP-System der infor business solutions AG ist speziell auf die Bedürfnisse mittelständischer Automobilzulieferer abgestimmt.

Schnelle Datenverarbeitung

Die Stärke des Drehteil-Zulieferers liegt vor allem in der Fertigung von einbaufertigen Einzelteilen oder Baugruppen für Servolenkungen, Ventile, Pumpen, ABS-Aggregate sowie andere technisch anspruchsvolle Produkte. Hauptabnehmer sind Automobilhersteller bzw. Automobilzulieferer. Daneben werden aber auch andere, vor allem Assembling-Branchen, beliefert.

Der Zwang zu einer neuen Software entstand nicht zuletzt durch die Tatsache, dass die damals im Einsatz befindliche Lösung nicht mehr weiterentwickelt wurde. „Die Entscheidung fiel auch dank der Anwendungsberater zugunsten von infor“, erinnert sich Klaus Schittenhelm, Betriebs- und Fertigungsleiter bei Erkert. „Im Verständnis für die Abläufe eines Industrieunternehmens zeigte sich immer wieder deren Praxiserfahrung.“

Lieferabrufe automatisch übernehmen

Für Hersteller und Lieferanten der Automobilindustrie ist der elektronische Datenaustausch mittlerweile unverzichtbar geworden. Gerade bei einer zeitkritischen Just-in-Time-Belieferung ist die schnelle Datenübermittlung per DFÜ ein wichtiges Kriterium. Damit ist eine rasche Reaktion auf sich ändernde Situationen gewährleistet, soweit die Daten nach Eingang sofort weiterverarbeitet und allen Fachabteilungen zur Verfügung gestellt werden.

Hier wird eine manuelle Neuerfassung der Lieferabrufe beim Zulieferer überflüssig. Die Daten werden mehrmals pro Tag automatisch in Batch-Läufen eingelesen und sofort weiter bearbeitet. Eine Nachbearbeitung von fehlerhaften Nachrichten ist nur noch in seltenen Fällen notwendig. Mit dem Nachrichteneditor kann der Anwender fehlerhafte Nachrichten komfortabel analysieren und gegebenenfalls korrigieren. Damit ist er nicht auf Beratungsunterstützung oder Hotline angewiesen. Bei zeitkritischen Informationen ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Im Fall zu geringer Lagerbestände des gewünschten Produktes wird dem Disponenten ein neuer Fertigungsauftrag vorgeschlagen, den er nur anstoßen muss.

Gemeinsam mit dem Lieferabruf werden die aktuellen Abruf-Fortschrittszahlen von den Automobilherstellern an Erkert übermittelt. Fortschrittszahlen stellen kumulierte Stückzahlen dar und ermöglichen einen Vergleich von Soll- und Ist-Produktion. „Um das Fortschrittszahlensystem wirkungsvoll als Grundlage für die Planung unserer Produktion nutzen zu können, benötigen wir ein effizientes ERP-System“, so Klaus Schittenhelm. „Nur mit aktuellen und genauen Rückmeldungen aus der Fertigung lassen sich die Materialflüsse exakt koordinieren.“

In der Software werden die Abruf-Fortschrittszahlen aus dem Vertrieb mit den Fertigungs-Fortschrittszahlen aus der Produktion verglichen. So wird eine Über- oder Unterproduktion erkannt, das Unternehmen kann seine Fertigungskapazitäten optimal nutzen. „Die Fortschrittszahlen der Fertigung wurden gemeinsam entwickelt“, erklärt Klaus Schittenhelm. „Vorher waren nur die Fortschrittszahlen des Vertriebs bekannt, welche die beim Kunden eingegangene Warenmenge mit der Liefermenge und der tatsächlich bestellten Warenmenge verglichen.“

Fehlerhafte Produkte schnell entdecken

Die mehrstufige Chargenverwaltung ist ein weiteres Merkmal dieser Lösung. Mehrstufig bedeutet die kombinierte Verfolgung von Rohmaterial- und Härtechargen. Jedes Teil besitzt eine Chargennummer und kann damit eindeutig identifiziert werden. Später auftretende Schäden lassen sich so gegebenenfalls auf die Härterei oder den Materiallieferanten zurückführen.

Erkert nutzt auch Funktionen aus dem Standard-ERP-System – wie beispielsweise die Werkzeugverwaltung. Die Kosten der Werkzeuge eines Fertigungsbetriebes machen zwischen drei und fünf Prozent der Herstellungskosten aus. Es lohnt sich also, diesen Faktor zu optimieren. In das infor-System ist ein umfassendes Werkzeugmanagement integriert, um die Werkzeuge zu disponieren. Neben den dispositiven Daten stehen auch technische Informationen über Schnittwerte zur Verfügung – z.B. die durchschnittliche Standzeit etc.

Daten auf Knopfdruck

Eine spezielle Anpassung bei der Einführung war die Integration der Lagerlösung Viastore in das ERP-System. Die Datenbank des Hochregallagers wurde mit Hilfe des infor-Dialog-Managers, einem Standardtool des Systems, mit der Datenbank des ERP-Systems gekoppelt. Die Hochregallager-Software bildet so eine Erweiterung der ERP-Software. Die Benutzer können direkt aus dem Programm Tabellen in der Hochregallager-Datenbank lesen oder Datensätze in sie einschreiben.

„Ohne dass wir die Belegschaft in der Auftragsplanung und Steuerung vergrößern mussten, können wir heute fast die doppelte Menge an Aufträgen durchschleusen“, so Klaus Schittenhelm. Den Nutzen des Systems könne man nicht an Zahlen festmachen. Fakt sei aber, so Klaus Schittenhelm, dass die Steigerung des Auftragsvolumens ohne das ERP-System nicht zu bewältigen gewesen wäre. Damit habe er als Betriebsleiter heute quasi auf Knopfdruck alle relevanten Informationen zur Verfügung: Ein nicht unerheblicher Vorteil auf einem so hart umkämpften Markt wie dem der Automobilindustrie.

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