– Haben Sie OS/400-Bildschirmanwendungen entwickelt, die Sie jetzt gerne unter Nutzung der grafischen Möglichkeiten eines Web-Browsers Benutzern im Internet, Intranet oder Extranet zur Verfügung stellen wollen?
– Verfügen Sie über bestehende Anwendungen, die Sie weiterhin über 5250-Bildschirme oder Emulationen betreiben wollen, während gleichzeitig andere Benutzer über einen Web-Browser darauf zugreifen?
– Und möchten Sie zukünftig alle Möglichkeiten moderner, dynamischer Web-Anwendungen nutzen, ohne vorher viel Zeit beim Studium von HTML, JavaScript oder Java zu verlieren? Wenn Sie diese Fragen mit „Ja“ beantworten können, dann ist das IBM WebFacing Tool – ein Bestandteil des IBM WebSphere Development Studio for iSeries – genau das Richtige für Sie. In diesem Artikel geben wir einen Überblick der Bestandteile dieses Programmproduktes und werden uns in späteren Ausgaben näher mit den einzelnen Komponenten, speziell mit dem WebFacing Tool, befassen.

WebSphere Development Studio for iSeries – Alles in einem

Mit Verfügbarkeit von Version 5 Release 1 von OS/400 im Jahr 2001 wurde die Paketierung der für die iSeries-Anwendungsentwicklung verfügbaren Programmprodukte der IBM drastisch vereinfacht. Musste vorher für jede Programmiersprache je ein Compiler, der Quellen-Editor, der Entwicklungsmanager und gegebenenfalls weitere Entwicklungswerkzeuge separat bestellt und erworben werden, so enthält jetzt das neue Paket WebSphere Development Studio for iSeries (5722-WDS), oft kurz mit WDS bezeichnet, alles Notwendige, um moderne Anwendungsentwicklung für iSeries oder AS/400-Server zu betreiben.

Komponenten des WebSphere Development Studio für iSeries bis Juli 2002

Komponenten des WebSphere Development Studio für iSeries ab Juli 2002

Die Komponenten von WDS lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

– Die Host-Komponenten, das sind alle Teile, die auf einem IBM iSeries- oder AS/400-Server installiert und dort ausgeführt werden müssen. Diese umfassen neben den Compilern für ILE RPG, ILE C, ILE C++ und ILE COBOL das Application Development Tool Set (ADT) bestehend aus SEU, SDA, PDM, DFU und RLU.

– Die Workstation-Komponenten bieten dem Anwendungsentwickler auf einem Windows-Arbeitsplatz eine integrierte grafische Oberfläche, um alle Arten von Anwendungen für OS/400 und andere Plattformen zu entwickeln. Dazu aber mehr Details später.

Der Begriff Anwendungsentwicklung beschränkt sich nicht nur auf Web-Anwendungen, wie man vielleicht aus dem Namen schließen könnte, sondern schließt jede Art – beginnend bei herkömmlichen Stapel- und Bildschirmanwendungen bis hin zu modernen grafischen Oberflächen (GUI) und natürlich Web-Anwendungen – mit ein. Das Markenzeichen WebSphere im Namen dieses Produktes drückt lediglich aus, dass alle diese Entwicklungswerkzeuge für den IBM iSeries zur WebSphere-Familie gehören.

Im Sommer 2002, etwa zeitgleich mit der Verfügbarkeit von OS/400 V5R2, wurde ein weiterer wichtiger Schritt unternommen, indem mit der neuen, auf Eclipse basierenden „Workbench“ eine gemeinsame grafische Oberfläche zur Entwicklung nicht nur aller Arten von Anwendungen, sondern auch für alle Server-Plattformen eingeführt wurde.

Die Workstation-Komponenten: vom WDT 5.1 zum WDSc 4.0

Wie schon oben erwähnt, besteht WDS aus Teilen, die unter OS/400 installiert und ausgeführt werden, den Host-Komponenten sowie einem Satz von CDs (oder einer DVD) zur Installation auf jedem Entwicklerarbeitsplatz unter Windows. Diese Workstation-Komponenten hatten in der ersten Version von WDS den Namen WebSphere Development Tools for iSeries Version 5.1 oder oft kurz WDT genannt. Die Bestandteile von WDT sind:

– IBM WebFacing Tool (First Edition)
– IBM Cooperative Development Environment (CODE – früher bekannt als CODE/400)
– IBM VisualAge RPG
– IBM WebSphere Studio for iSeries (Professional Edition, mit Erweiterungen für iSeries)
– IBM VisualAge for Java for iSeries (Professional Edition, einschließlich dem Enterprise Toolkit for iSeries)

Während die drei zuerst genannten Komponenten speziell für den iSeries-Anwendungsentwickler gedacht sind, werden IBM WebSphere Studio und IBM VisualAge for Java auch als separate Produkte zur Entwicklung von Web-Anwendungen für alle IBM und andere Java-Plattformen angeboten.

Im November 2001 hat IBM einen bedeutenden Beitrag zur Open-Source-Gemeinschaft geleistet und die Entwicklungsoberfläche Eclipse zur Verfügung gestellt (siehe auch www.eclipse.org). Eclipse ist eine auf Java basierende integrierte Entwicklungsumgebung (engl.: Integrated Development Environment = IDE). Sie kann sowohl durch den Benutzer als auch durch die Hersteller anderer Entwicklungswerkzeuge angepasst oder erweitert werden. Dadurch wird die der Vereinheitlichung aller, dem Anwendungsentwickler zu Verfügung stehenden Benutzeroberflächen gefördert.

Als erstes IBM Produkt wurde dann WebSphere Studio Application Developer (WSAD) als Nachfolger von VisualAge for Java Enterprise Edition und WebSphere Studio Advanced Edition, auf der Basis von Eclipse entwickelt. Fast unbemerkt benutzte auch schon das WebFacing Tool – als Bestandteil von WDT 5.1 – die Eclipse Workbench; spätestens ab dem Service Pack 4 war das schon erkennbar.

Im Juli 2002 wurden dann weitere Workstation-Komponenten von WDS auf der Basis von Eclipse modernisiert. WebSphere Studio for iSeries und VisualAge for Java for iSeries wurden ersetzt durch WebSphere Studio Site Developer Advanced, Version 4.0.3 (WSSDa). Die plattform-unabhängigen Funktionen des WSSDa wurden auch wieder ergänzt durch die von WDT 5.1 bekannten iSeries-spezifischen Erweiterungen sowie einigen neuen Funktionen – zum Beispiel dem Remote System Explorer, der zum einfachen Zugriff auf die Objekte auf einem oder mehreren Servern dient. CODE und VisualAge RPG sind zur Zeit noch unverändert enthalten und werden in einer späteren Version in die Workbench integriert.

Gleichzeitig bekamen die Workstation-Komponenten von WDS einen neuen Namen: Aus WebSphere Development Tools for iSeries Version 5.1 (WDT) wurde nun WebSphere Development Studio Client for iSeries, Version 4.0 oder kurz WDSc genannt.

Auf dem ersten Blick wirkt es verwunderlich, dass eine Version 4.0 neuerer sein soll als die Version 5.1. Die Erklärung ist aber relativ einfach: Da WDSc tatsächlich ein Mitglied der WebSphere-Familie ist, macht es wenig Sinn, die Versionsnummer mit OS/400 zu koppeln. In der Tat war auch WDT 5.1 nicht auf die Entwicklung von Anwendungen für OS/400 Version 5 Release 1 beschränkt. So können mit WDT 5.1 oder WDSc 4.0 erstellte WebFacing-Anwendungen durchaus unter OS/400 V4R5 ausgeführt werden.

Dokumentation

Weitergehende Informationen zu WDS finden Sie im Internet unter ibm.com/software/ad/wds400, zu den Workstation-Tools unter ibm.com/software/ad/wdt400, zum IBM WebFacing Tool unter ibm.com/software/ad/wdt400/webfacing und zu IBM WebSphere Studio Site Developer Advanced for Windows unter ibm.com/software/ad/studiositedev. Eine sehr aktive, iSeries-bezogene News Group zu diesen Themen gibt es unter dem Namen ibm.software.websphere.studio auf dem News Server news.software.ibm.com.

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