Die wertschöpfenden Fertigungs- und Logistikprozesse sollen schneller, effizienter und profitabler werden. Die FIBRO-Gruppe ist da mit neuer Software auf dem richtigen Weg.

Die FIBRO GmbH fertigt Rundschalttische mit Planverzahnung und Rundlauftische mit Kurventrieb sowie Normalien – also Schneidstempel, Buchsen und Werkzeugschieber. Die Produkte der FIBRO-GSA Automation GmbH sind Linearportale, Bandsysteme und individuelle Kundenlösungen. Neben Niederlassungen in Frankreich, den USA, Kanada, Indien, Schweiz und Singapur gibt es noch 100 Vertretungen und Servicepartner weltweit.

Seit längerem sank die Liefertermintreue deutlich unter die gesteckten Ziele, was zu hohen Beständen mit erheblicher Kapitalbindung führte. IT-Leiter Achim Stapf: „Die Auftragsbücher waren randvoll, es kam aber zu keiner effizienten Reihenfolge in der Produktion.“ So definierte man konkrete Ziele für eine weitere Softwareunterstützung: Erhöhung der Liefertermintreue, Reduzierung der Bestände sowie die Erhöhung der Prozessgeschwindigkeiten.

1999 hatte man den ERP-Standard PSIpenta der PSIPENTA Software Systems GmbH eingeführt, in dessen Multisite-Umgebung seither die gesamte FIBRO-Gruppe zentral verwaltet wird. Die Integrationsfähigkeit in dieses System spielt daher eine wichtige Rolle. „Wir wollten auf keinen Fall Parallelsysteme eröffnen“, so Stapf. Das von PSIPENTA neu entwickelte Funktionspaket Adaptive Manufacturing Control (AMC) entspricht exakt diesen Vorstellungen.

Geregelter Erfolg

Es ist tief im ERP-Standard integriert und nutzt Algorithmen der Regelungstechnik, um vordefinierte Zielstellungen selbständig zu erreichen. Kernbestandteile sind die Module SRM (Selbstregulierender Mechanismus), DPA (Dynamischer Produktionsabgleich) und CTP (Capable-to-promise). „Mit SRM regulieren wir jetzt automatisch Stellgrößen wie Bestellmengen und Wiederbeschaffungszeiten. Mit DPA legen wir Reihenfolgen in Einkauf und Fertigung fest und lösen Fertigungsrückstände auf“, erklärt Stapf. CTP wird zurzeit noch an die unterschiedliche Termingestaltung der Geschäftsbereiche angepasst.

Statt früherer Excel-Listen entstehen heute in PSIpenta adaptive, klar strukturierte Aufträge, die die Liefer- und Fertigungsabschnitte schon bei Auftragserteilung in der Kundenvorgangsstruktur erhalten. Aktuelle Kennzahlen lassen Störungen, wie externe oder interne Lieferverzögerungen, sofort erkennen. Aber die Praxis zeigt, dass auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle spielt: Etwa wenn man übers Jahr zwei bestimmte Teile braucht, die wirtschaftliche Losgröße laut Fertigung aber zehn Teile wären. So entstand ein Programm zur wirtschaftlichen Losgrößenbetrachtung, das jeden Artikel kalkuliert und eine Lagerkostenrechnung dagegenstellt.

Es zahlt sich aus

Jetzt ergeben sich schon in der Angebotsphase realistische Liefertermine, und tagesgenaue Betrachtungen liefern dem Management präzise Vorlagen für Make-or-Buy-Entscheidungen.

„Das Projekt ist inzwischen auch in unseren Zahlen angekommen“, weiß Stapf. Darin hat sich die Liefertermintreue auf über 80 Prozent erhöht, bis Jahresende sollen daraus 90 Prozent werden. Das Net Working Capital, für FIBRO eine wichtige Kennzahl für den Projekterfolg, wurde um 20 Prozent reduziert, laut Stapf immerhin ein Betrag im zweistelligen Millionenbereich. Den Erfolg führt er nicht zuletzt darauf zurück, dass man mit PSIPENTA einen ausgesprochenen Branchenspezialisten als Softwarepartner gewonnen hat.

PSIPENTA Software Systems GmbH, Berlin
www.psipenta.de